Die Mitgliederversammlung am 24. Februar 2007

Die Sitzung wurde durch die Vorsitzende Gertrud Knöttig eröffnet.
Neben den notwendigen Regularien gab es interessante Gespräche und viel Neues zu hören.
Eine Lehrerin im Ruhestand ist jetzt ehrenamtliche Mitarbeiterin und führt Gruppen, insbesondere Schüler und Schülerinnen, durch die Ausstellung.
Die Ehrenamtlichen sind zu den Öffnungszeiten in der Gedenkstätte. Der Gedenkkreis hofft, dass gelingt, wieder einen (befristeten) Arbeitsplatz zu schaffen.

Herr Dr. Harms und Herr Dr. Fleßner arbeiten im Forschungsprojekt der Carl von Ossieztky Univer-sität Oldenburg. Herr Dr. Fleßner bietet Interviews mit Angehörigen oder auch mit Betroffenen und Zeitzeugen an. Er weist aber darauf hin, dass er Historiker ist. Er kann, wenn es von den Interviewpartner gewünscht wird, psychologische Hilfe hinzu ziehen. Weiter besteht das Gesprächsangebot am Donnerstag.
Herr Dr. Harms arbeitet in den oldenburger Archiven an den Krankenakten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist zu erkennen, wie viele Patienten damals ermordet wurden. Mittlerweile ist erwiesen, dass es auf dem benachbarten ofener Friedhof Massengräber gegeben hat.
Beide Historikern fühlen sich den Opfern und den Angehörigen verpflichtet.
Neben Frau Schlechter und Herrn Dr. Harms wurde jetzt auch Herr Dr. Fleßner in den wissenschaftlichen Beirat gewählt
Angehörige, die hier im Landeskrankenhaus einen Verwandten während oder auch nach der NS-Zeit verloren haben, können sich in Gedenkstätte melden. Herr Dr. Harms und Herr Dr. Fleßner werden sich des Falles annehmen. So konnten schon viele Schicksale aufgeklärt werden. Auch wenn die Wahrheit oft sehr schmerzlich ist, so kann durch die Forschung ein Ende der Ungewissheit sein.

Den Opfern ihr Gesicht und ihre Würde zurück geben, den Angehörigen Verständnis entgegen bringen und Ihnen Zeit zum Zuhören geben und diesen Teil der Geschichte des heutigen Landeskrankenhauses
vor dem Vergessen zu bewahren, das ist die Aufgabe des Gedenkreises Wehnen und des wissenschaftlichen Beirats.
Darum wurde beschlossen, Kontakt mit Schulen und Berufsbildungszentrum zu suchen, um besonders junge Menschen an die Zeit des Nationalsozialismus, an die „Euthanasie“, die hier im Ammerland geschehen ist, heran zu führen.
Der Gedenkreis Wehnen nimmt diesbezügliche Anfragen gerne entgegen.

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