Was geschah mit unseren Angehörigen?

Diese Frage stellen sich inzwischen Verwandte, Enkel und auch Urenkel. Es gab sie, diese unbekannten Vorfahren, über deren Leben ein trauriges, aber absolutes Schweigen in den Familien herrschte. Die Nachkommen sollten auf keinen Fall erfahren, dass es in der Familie einen sog. Geisteskranken oder gar einen „Verrückten“ gab. Aber Kinder haben feine Ohren. Immer dann, wenn die Älteren sich flüsternd über eine Sache unterhielten, die die Kinder nicht wissen sollten, spitzten sich diese kleinen Ohren. Jedoch begreifen Kinder auch, wenn Fragen nicht erwünscht sind.

Die NS-Zeit wirkt nach.

Diese Kinder sind jetzt erwachsen und irgendwann kommen diese alten Geschichten wieder ins Bewusstsein.

Was geschah z.B. mit meinem Opa? Warum war er nach dem ersten Weltkrieg so anders, so merkwürdig? Er ging zunächst freiwillig in ein psychiatrisches Krankenhaus, er wurde in eine andere Klinik irgendwo in Deutschland verlegt. Das letzte, was man hörte, er landete in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen und dann verlor sich seine Spur. Eine zugegeben fiktive Geschichte, aber so ähnlich kann es gewesen sein.

Sie wollen mehr über den Verbleib Ihres Angehörigen wissen? Ein Medizinhistoriker und ein Psychiater aus unserem Kreis haben Zugang zu den Krankenakten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt und erforschen auf Anfrage die Geschichte Ihres Angehörigen. Anschließend erhalten Sie einen umfassenden Bericht über das Leben und auch das Sterben Ihres Verwandten.
Melden Sie sich ggf. unter info@gedenkkreis.de

Fachtagung in Quakenbrück

Zur 9. Jahrestagung Psychiatrische und Psychosomatische Pflege am
Samstag, den 15.11.2014 im Christlichen Krankenhauses GmbH, Zentrum für Psychologische und Psychosoziale Medizin in Quakenbrück hält u.a. der Oldenburger Medizinhistoriker Dr. Ingo Harms einen Vortrag zum Thema

    „Psychiatrische Pflege im Nationalsozialismus“

Die Tagung ist für Mitarbeiter_Innen aus dem medizinischen Bereich geeignet. Das Programm einschließlich der Anmeldung finden Sie hier im PDF Format.

Gedenktag 2014 – Rückblick

Der Gedenktag am 20. September war gut besucht. Viele Menschen treffen sich alljährlich an diesem Tag um Neues von der Arbeit des Gedenkkreises zu hören, aber auch zum Gedankenaustausch.
Wie immer gab es interessante Redebeiträge, dieses Mal von der Vorsitzenden Elke Harms-Kranich und der stellvertr. Landrätin des Landkreises Ammerland Susanne Miks.
Hedwig Thelen berichtete aus dem Leben der Paula Kleine, die als Psychiatriepatientin die NS-Zeit dank der Hilfe einer Ordensschwester überlebte und dann sehr viel später ab dem Ende der 80er Jahre ein menschenwürdiges Leben in Bremen führte.
Die Arbeit und damit die Zukunft des Gedenkkreises ist zur Zeit sehr schwierig. Unterstützung zur Erweiterung der Gedenkstätte ist durch die Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten (SNG) gewährt, jedoch nur mit einer Cofinanzierung durch entsprechende Institutionen in der unmittelbaren Region, und diese Unterstützung wurde bisher nicht zugesagt. Lesen Sie dazu auch den Artikel in der Nordwestzeitung (NWZ)

Neues vom Gedenkkreis Wehnen

Die Ausstellung des Oldenburger Malers Georg Müller vom Siel kann in Oldenburg besichtigt werden. Viele bisher unbekannte Bilder können jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Die Einladung zu Eröffnung der Ausstellung „Der andere Müller Siel“ des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte vom 25. Mai bis 24. August 2014 finden Sie hier als PDF Datei.

Dazu auch die Einladung zum Symposium der Akademie der Ev-luth.Kirche Oldenburg „Der ganze Müller vom Siel“ am 5. Juli 2014 von 9.30 – 16.00 Uhr. Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, wird dort u.a. einen Vortrag mit dem Titel Georg Müller vom Siel: Krankengeschichte, Krankheitsbiographie , Rezeptionsgeschichte halten.

Wir weisen Sie auf eine weitere Ausstellung „Soziale Arbeit“ im Nationalsozialismus, historische Spurensuche in Oldenburg hin. Auch hier wird ein Stück der jüngsten Vergangenheit in unserer Region bekannt.
Veranstalter: Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Oldenburg, Damm 43. Die Ausstellungseröffnung ist am 22. Mai um 20.00 Uhr.

Diesen Vortrag (Elektronische Zeitung „Schattenblick“, Seite 9 – 13) hielt Dr.Ingo Harms im Workshop am 7./8. Februar 2014 in Hamburg-Alsterdorf und Neuengamme: Hunger als Mittel der NS-Medizin – Staatlich organisiertes Mangelregime . Das Denken und auch Handeln in den Psychiatrien Deutschlands trug noch lange nach 1945 die Spuren der NS-Zeit.

Erinnerung an zwei Opfer

Irmgard Bartels und Werner Fahrenholz heißen die zwei Menschen, an deren Schicksale mit neuen Veröffentlichungen in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover erinnert wird. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Personen und doch haben sie zwei Dinge gemeinsam: Beide lebten in der Region Hannover und beide waren aus verschiedenen Gründen Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.
Die Geschichte dieser beiden Opfer zeigt besonders an der Geschichte des Werner Fahrenholz, dass Verachtung und Diskriminierung der Opfer auch mit dem Ende der NS-Zeit nicht aufhörten.