NS-Verbrechen im Raum Jever

Der Verein Jeverländischer Altertums- und Heimatverein e.V. lädt zu einem Vortrag von Dr. Ingo Harms ein.
Es hat lange gedauert, bis auch Heimatvereine die furchtbaren Verbrechen der NS-Zeit als Geschichte akzeptieren. Heimatgeschichten sind nicht immer schön und stimmungsvoll. Heimatgeschichten wurden und werden immer noch folkloristisch, oft mit einem Hang zum Kitschigen, dargestellt.

Ganz anders der Jeverländischer Altertums- und Heimatverein e.V. Hier stellt man sich der Geschichte, der Verbrechen der NS-Zeit in der Region. Es wird zum Vortrag am 18. Mai und zur Führung in die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Wehnen eingeladen, Gäste sind zu beiden Terminen willkommen. Die Einladung finden Sie hier (PDF Format). Anmeldungen nimmt Herr Landig, Mailadresse in der Einladung, entgegen.

Mögen andere Heimatvereine diesem Beispiel folgen.

„erfasst, verfolgt, vernichtet“

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Februar und März war in der Karl-Jaspers-Klinik am richtigen Platz, einem Tatort während der NS-Zeit. Das wurde manchen Besuchern erst bewusst, als sie vor Ort waren.
„erfasst, verfolgt, vernichtet“ so das Thema der Ausstellung, und so wurde auch mit Patienten in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen verfahren.
Was war mit den verantwortlichen Ärzten und Pflegenden los? Wie konnten sie den Anordnungen von „Schreibtischtätern“ Folge leisten und dem Sterben der Verhungernden mitleidlos zusehen?
Wir wiesen am 18. Februar auf die Ausstellung hin. Hier können Sie die Rede zur Eröffnung von Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, lesen.

2 x NWZ

Wir geben Ihnen hier Gelegenheit 2 Artikel der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ) nachzulesen.

Dr. Rolf Keller von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten berichtet über die Notwendigkeit der regionalen Gedenkorte. Auch die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ wird erwähnt und damit die Krankenmorde in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Es gibt noch Zeitzeugen, jedoch nicht aus der Wehner Anstalt. Wer zum Verhungern „aussortiert“ wurde, hatte keine Überlebenschance.

Der zweite Artikel bezieht sich auf die Facharbeit der Schülerin Meret Wiese, Mariengymnasium Jever, wobei, die Überschrift für diesen Artikel etwas eigenwillig ist.
Meret Wiese erforschte die

„NS-,Euthanasie‘ und Erinnerung: Historische Aufarbeitung und Gedenkkultur am Beispiel der Pflege- und Heilanstalt Wehnen/Oldenburg“.

Sie tat damit genau das, was so wichtig ist, über die NS-Verbrechen zu informieren, gerade in der jungen Generation. Denn „Was nicht erinnert wird, kann jederzeit wieder geschehen, wenn die äußeren Lebensumstände sich entscheidend verschlechtern.“ Zitat Dororhea Buck

Blankenburg – vor den Toren von Oldenburg

Schon seit Jahrhunderten ist dieser Ort ein Platz der Vergessenen und Ausgestoßenen aus Oldenburg und Umgebung.
Viele Oldenburger wissen es. Hier lebten psychisch erkrankte und alte verarmte Menschen unter furchtbaren Bedingungen.
Jedoch ist es vielen Bürgern nicht bewusst, dass auch hier, wie in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, Verbrechen und Morde an hilflosen, schutzbedürftigen Menschen verübt wurden.

Zusammen mit dem Förderverein internationales Fluchtmuseum laden wir Sie zu diesem Vortrag ein.

Kloster Blankenburg – Die Gräber der Krankenmord-Opfer
Referent Dr. Ingo Harms,
2. März 2016, 19.30 Uhr
PFL Peterstraße Oldenburg, Seminarraum 6

Der Eintritt ist frei, wir bitten jedoch um Spenden zur Unterhaltung der Gedenkstätte Alte Pathologie in Wehnen auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik.

Geben Sie den Termin gerne weiter. Wir bitten Sie, das Plakat in Ihren Bereichen/Betrieben zu veröffentlichen.

Keine Weihnachtsgeschichte

Kurz vor den Feiertagen erreichte mich die Nachricht von einem Interview, welches Dr. Ingo Harms mit Georg Jauken von der Regionalzeitung des Weserkuriers „Die Norddeutsche“ geführt hat.
Wussten die Ärzte aus der Umgebung von Oldenburg/Wehnen was sie taten, als sie die Patienten in die damalige Heil- und Pflegeanstalt Wehnen einwiesen? Dieser Frage geht der Medizinhistoriker Dr. Harms nach. Lesen Sie dazu diesen Artikel.