„erfasst, verfolgt, vernichtet“

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Februar und März war in der Karl-Jaspers-Klinik am richtigen Platz, einem Tatort während der NS-Zeit. Das wurde manchen Besuchern erst bewusst, als sie vor Ort waren.
„erfasst, verfolgt, vernichtet“ so das Thema der Ausstellung, und so wurde auch mit Patienten in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen verfahren.
Was war mit den verantwortlichen Ärzten und Pflegenden los? Wie konnten sie den Anordnungen von „Schreibtischtätern“ Folge leisten und dem Sterben der Verhungernden mitleidlos zusehen?
Wir wiesen am 18. Februar auf die Ausstellung hin. Hier können Sie die Rede zur Eröffnung von Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, lesen.

Das Jahr 2014 – nicht nur ein Rückblick

Zum Jahresende möchten wir uns für Ihre Mitarbeit und Unterstützung bei Ihnen allen herzlich bedanken.

Es war wieder ein ereignisreiches Jahr mit vielen Aktivitäten. Wir erinnern an die Ausstellung zum Künstler „Müller vom Siel“, die zusammen mit dem Landesmuseum und der Evangelischen Bildungsstätte im Prinzenpalais realisiert wurde und von Mai bis September zu sehen war. Dazu gab es im Juli im Schloss ein gut besuchtes Symposium.

Das zweite öffentliche Ereignis war der jährliche Gedenktag, dieses Mal am 20. September.
Neben Mitgliedern und Freunden des Gedenkkreises konnten wir auch wieder Personen des öffentlichen Lebens begrüßen.

Am Volkstrauertag wurde – wie alljährlich – ein Kranz des Gedenkkreises auf der Erinnerungsstätte auf dem Ofener Friedhof niedergelegt. Auch die Karl-Jaspers-Klinik hat wieder einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der Hunger-Euthanasie beigetragen.

Wir freuen uns, dass sich auch in diesem Jahr viele Schulklassen und Gruppen zu einer Führung angemeldet haben. Ferner wurden die Öffnungszeiten, die überwiegend durch unseren neuen Mitarbeiter, Herrn Jansen, betreut werden, weiterhin gut besucht. Weiterlesen

27. Januar – internationaler Holocaust Gedenktag

Am 27 Januar 2014 jährt sich zum 68. Mal die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Seit 1996 beinhaltet dieses Datum den „Internationalen Gedenktag des Holocaust“ und ist damit Anlass für die so wichtige Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus geworden. Neben dem Gedenken beinhaltet der 27. Januar die Gelegenheit, aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Art von Diskriminierung aufzurufen.
>Durch die Forschungen der Oldenburger Historiker Dr. Ingo Harms und Dr. Alfred Fleßner wurden die Verbrechen der NS-Zeit in dem früheren Landeskrankenhaus Wehnen der breiten Öffentlichkeit bekannt. Mitarbeiter der Verwaltung, Ärzte und Pflegepersonal haben von 1937 bis 1945 bei den Krankenmorden aktiv mitgewirkt.
Der UWG Edewecht hat sich ganz bewusst diesen Tag für einen Besuch in der Gedenkstätte Wehnen ausgesucht. Die Begleitung durch die Ausstellung und über das Klinikgelände mit Besuch der Euthanasie-Erinnerungsstätte auf dem benachbarten Friedhof der Ofener Krichengemeinde übernimmt Dr. Ingo Harms. Die Veranstaltung ist öffentlich.
Der Gedenkkreis Wehnen bietet qualifizierte Begleitungen für Besuchergruppen aller Art an. Zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an info(at)gedenkkreis.de.

Hakenkreuzschmierereien

Leider nicht zum ersten Mal wurde der jüdische Friedhof in Oldenburg/Osternburg durch Hakenkreuzschmierereien geschändet, s. NWZ vom 25.11.2013
Als Reaktion auf diesen antisemitischen Angriff wird am 18. Dezember in Oldenburg eine  Veranstaltung stattfinden.
Der Gedenkkreis schließt sich der Einladung des „Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V“  http://www.fluchtmuseum.de/ an und lädt dazu alle Interessierten ein.
Ein Dank gilt der Oldenburger Firma die sich spontan entschlossen hat, die Schmierereien kostenlos zu entfernen.

Einladung zu zwei Sonderausstellungen

Die Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten (SNG) möchte auf zwei Sonderausstellungen zum Thema „italienische Militärinternierte“ aufmerksam machen, die in diesen Tagen in der Gedenkstätte Esterwegen und vom Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine im Rathaus Schwanewede eröffnet werden.
Anlass ist die Ankunft der ersten Gefangenen vor 70 Jahren: Mitte September 1943 erreichten die ersten Transporte mit italienischen Militärinternierten die Kriegsgefangenenlager Fallingbostel und Wietzendorf in der Lüneburger Heide sowie Bathorn im Emsland. Mehr Informationen zu den Ausstellungen, zu den historischen Hintergründen und zur aktuellen politischen Diskussion finden Sie/findet Ihr hier.
Außerdem möchten wir Sie/Euch auf eine Reihe von Veranstaltungen im September hinweisen, die anlässlich des 80. Jahrestages des ersten „Reichserntedankfests“ am 1. Oktober 1933 auf dem Bückeberg bei Emmerthal geplant sind. Unter anderem wird die Ausstellung von Bernhard Gelderblom „Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg bei Hameln 1933-1937 – Ein Volk dankt seinem Verführer“ in Hameln zu sehen sein. Dazu finden gibt es weitere Informationen.
Gerne können die Ankündigungen weitergeleitet werden.