Bürgermeister und Schreibtischtäter

Am 31. Januar 2014 berichteten wir über das Vorstandsmitglied des Landesfürsorgeverbandes Wilhelm Oltmanns. Jetzt können wir neue Forschungsergebnisse des Oldenburger Historikers Dr. Ingo Harms zu dem Wirken des W. Oltmanns während und auch noch nach der NS-Zeit veröffentlichen.
Dazu ein Zitat aus dem Aufsatz von Ingo Harms:

    „Der Landesfürsorgeverband, heute Bezirksverband Oldenburg, hat sich zu den Hungermorden nie bekannt geschweige denn sich bei den Opfern entschuldigt. Für die Aufklärung der Geschehnisse, die nicht zuletzt zu einer Bereicherung seines Vermögens um Millionen Reichsmark geführt haben, hat er sich bisher nicht eingesetzt“.

Es ist sicher nicht einfach und es braucht Zeit, sich zu der eigenen, in diesem Fall schwierigen Geschichte zu bekennen. Aber die Zeit ist längst gekommen.

Fachtagung in Quakenbrück

Zur 9. Jahrestagung Psychiatrische und Psychosomatische Pflege am
Samstag, den 15.11.2014 im Christlichen Krankenhauses GmbH, Zentrum für Psychologische und Psychosoziale Medizin in Quakenbrück hält u.a. der Oldenburger Medizinhistoriker Dr. Ingo Harms einen Vortrag zum Thema

    „Psychiatrische Pflege im Nationalsozialismus“

Die Tagung ist für Mitarbeiter_Innen aus dem medizinischen Bereich geeignet. Das Programm einschließlich der Anmeldung finden Sie hier im PDF Format.

NS-Medizin und Rassenhygiene in Wilhelmshaven und Jever

Jever nahm als Zentrum des Nazitums auch in der NS-Medizin eine beherrschende Stellung ein. Jeveraner Ärzte standen im ideologischen und klinischen Austausch mit Wilhelmshavener Gesundheitsbehörden. Dank guter Quellenlage in Jever seit dem historischen Fund von 2009 lässt sich trotz lückenhafter Aufzeichnungen in Wilhelmshaven rekonstruieren, wie beide Städte in der unmenschlichen Medizinalpolitik kooperierten.
Der Medizinhistoriker Ingo Harms aus Oldenburg stellt mit diesem Thema eine seiner neuesten Forschungen am 4.11.2014 um 19.00 Uhr in Wilhelmshaven, Volkshochschule vor.

Tuberkulose und Krankenmord in Oldenburg

Die Bekämpfung der Volkskrankheit Tuberkulose wandelte sich im Nationalsozialismus zu einer Bekämpfung der Kranken selbst. Als erblich vorbelastet, „asozial“ und „gemeinschaftsfremd“ stigmatisiert starben viele von ihnen in der Psychiatrie und in Zwangsasylierungseinrichtungen. Eine dieser Einrichtungen war das Kloster Blankenburg, das ab 1944 neben weiteren Tuberkulosekrankenhäusern von der Landesversicherungsanstalt (LVA) Oldenburg-Bremen geführt wurde. 2012 wurden in den Räumen der LVA umfangreiche Aktenbestände aufgefunden, die eine genauere Untersuchung der Tuberkulosemedizin in Oldenburg von der Endphase des Nationalsozialismus bis Mitte der 1950er Jahre ermöglichen. Weiterlesen

Heimatkunde – Verbrechen im Nationalsozialismus

Wir schreiben das Jahr 1941, die Nationalsozialisten sind in Deutschland an der Macht und Regierungsrat Carl Ballin, seines Zeichens im Vorstand des Landesfür-sorgeverbandes, rühmt sich, die Pflegesätze für Patientinnen und Patienten in der ihm unterstellten Heil- und Pflegeanstalt Wehnen von 3,25 auf 1,85 Reichsmark gesenkt zu haben.
Im „Dritten Reich“ kamen in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen mindestens 1500 Menschen durch jahrelange, systematisch praktizierte Unterernährung und mangelnde Pflege ums Leben.
Was geschah aber mit den eingesparten Geldern, wofür wurden sie verwandt?
Diese Fragen bewegen den Historiker Dr. Ingo Harms, der seit Jahren über ihren Verbleib forscht. Flossen sie u.a. in den Ausbau des Museumsdorfes in Cloppenburg, das zu der Zeit und bis 1961 unter der Verwaltung des Landesfürsorgeverbandes, des heutigen Bezirksverbandes Oldenburg, stand?
Lesen Sie dazu diesen Artikel in der Nordwest Zeitung (NWZ) vom 22.02.2014.
(D.R.)