Krankenmorde im Nordwesten, hier fing es an.

Im Rahmen der 5. Berner Bücherwochen hält Dr. Ingo Harms den Vortrag

„Wehnen – Zentrum der NS-Krankenmorde im Nordwesten“

der zeigen soll, dass in Oldenburg ein Krankenmord-System entwickelt wurde, das später von der „Aktion T4“ kopiert und im großen Maßstab angewendet wurde. Aus den Verlegungen der Patienten von den oldenburgischen Krankenhäusern, Anstalten und Heimen in die Heilanstalt Wehnen ergibt sich ein Muster, das den Willen zur Vernichtung sichtbar werden lässt. Neu ist dabei die Entdeckung, dass dem „System Wehnen“ ein oldenburgisches Staatsgesetz von 1933 zugrunde lag.

Der Vortrag ist öffentlich, Eintritt 7,- €.

Thema, Ort und Datum

Oldenburg: „Wehnen – Zentrum der Krankenmorde im Nordwesten. Zur regionalen Medizin in der Nazizeit“

am 5. Dezember um 19.00 Uhr
Seniorenheim Kückens
Weserstraße 3
27804 Berne

Zu dem Vortrag am 17. November 2015 schrieb der Weserkurier Delmenhorst 2 Artikel, die Sie hier und hier lesen können.

Volkstrauertag, warum auch wir?

Weil auch unsere Angehörige dem Naziterror zum Opfer fielen.
In meiner Kinderzeit hieß dieser Tag „Heldengedenktag“, aber es waren keine Helden, nicht die vielen, meist jungen Leute, die in diesem furchtbaren, sinnlosen Krieg in den Tod geschickt wurden und auch nicht die tausende Patienten, die in den Heil- und Pflegeanstalten ermordet wurden.
Wir trauern um alle diese Menschen und fragen uns immer wieder WARUM? Aber wir fragen weiter, wer profitierte im Fall der verhungerten Menschen in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen? Dazu zur Erinnerung dieser Artikel.
Wir werden, wie in den vergangenen Jahren, die Einladung von Pastor Raudonat annehmen, und an dem Gottesdienst in der Ofener Kirche am Volkstrauertag, dem 15. November, teilnehmen

Gedenktag im September

In diesem Jahr begehen wir den Gedenktag für die Opfer der „Euthanasie“ in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen am 26. September 2015 um 14.00 Uhr.
Für die Gedenkfeier wurde uns, wie auch in den vergangenen Jahren, der Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen/Bad Zwischenahn zur Verfügung gestellt.

Das Motto für diesen Tag ist

„Wer vergisst, hat keine Zukunft“
(Eintrag aus dem Gästebuch in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“).

Herr Bensberg, Landrat Ammerland, und Herr Dr. Wagner, Geschäftsführer Niedersächsischer Gedenkstätten, werden die Grußworte, Herr Dr. Stierl, leitender Arzt Psychiatrie Lüneburg, wird den Festvortag

„Der Tatort als Gedenkort – zur Problematik einer „Euthanasie“-Gedenkstätte in einem Psychiatrischen Krankenhaus am Beispiel Lüneburg“

halten.

Herr Dr. Seeber und Herr Dr. Burkard aus Oldenburg übernehmen die musikalische Begleitung dieses Gedenktages.
Im Anschluss an die Gedenkfeier können Sie sich die neue Ausstellung in der „Alten Pathologie“ ansehen.
Die Einladung und das Programm sind als PDF Datei veröffentlicht. Beides darf gerne in Ihren Betrieben, in Ihrem Bekanntenkreis weiter gereicht werden. Wir freuen uns über viele Gäste!

Lesen Sie bitte auch den Artikel in der Oldenburger Seniorenzeitung „Herbstzeitlese“ in dem sehr anschaulich die Entstehung und weitere Geschichte des Gedenkkreises Wehnen dargestellt wird.

Vortrag: Bethel – die verschwiegene Geschichte

Der Gedenkkreis Wehnen e. V. und der Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V. laden zu einem Vortrag von Dr. Barabara Degen

„Bethel in der NS-Zeit. Die verschwiegende Geschichte“

am 30. Juni um 19.30 Uhr, Landesbibliothek, ein.

War Bethel wirklich ein Ort der Sicherheit für die Patienten der Bodelschwinghschen Anstalt während der NS-Zeit? Die Forschung von Dr. Barbara Degen bringt ganz neue Erkenntnisse.

Es war, wie in vielen Psychiatrien, der vorauseilende Gehorsam, der vielen Patienten das Leben kostete, auch in Bethel. Aus „Liebe“ wurde „Liebe zur Volksgemeinschaft“, das bedeutete den Tod für viele kranke, hilflose Menschen. Aus scheinbarer „Barmherzigkeit“ wurde zu Lasten der Kranken ein Sterilisations- und Tötungsgebot. So rechtfertigten auch die kirchlichen Einrichtungen ihre Zusammenarbeit mit dem Regime der Nationalsozialisten.

Das Verhalten der beiden großen Kirchen im damaligen Deutschland muss hinterfragt werden. So sah zum Beispiel der Pfarrer Heinrich Brinkmann dem Sterben in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt tatenlos zu. Seine Sorge galt lediglich dem mangelnden Platz für Gräber auf dem benachbarten Friedhof in Ofen.

Vortrag: „Militär und Euthanasie“ am 27. Mai

Der Gedenkkreis Wehnen und der Förderverein Internationales Fluchtmuseum e. V. laden zu dem Vortrag von Dr. Ingo Harms am 27. Mai 2015, 19.30 Uhr ins Stadtmuseum Oldenburg ein.
Wie weit ging die NS-Medizin bei der Wiederherstellung von Soldaten für den Militärdienst im Krieg? Wurden an den zumeist jungen Männern medizinische Verbrechen begangen? Dr. Ingo Harms wird über das Schicksal von Marinesoldaten aus Wilhelmshaven berichten.
Lesen Sie dazu die Info im PDF Format, die Sie gerne weiter verbreiten dürfen.