Literaturtipps

Auf dieser Seite stellen wir ausgesuchte Literatur vor, die wir für empfehlenswert halten.

“Wat mööt wi hier smachten…” (Ingo Harms)

Die Debatte über Hitlers willige Vollstrecker hat gezeigt, dass die Tätergruppe des Holocaust nicht auf eine Schar entmenschlichter SS- und Gestapo-Männer reduziert werden kann. Das gilt auch für das nationalsozialistische „Euthanasie“-Programm, zu dessen Tätern ebenfalls ganz normale Deutsche zählten: Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Beamte.
Ingo Harms zeigt am Beispiel der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, dass sich auch die Gesundheitsbehörden des Landes Oldenburg am NS-Krankenmordprogramm beteiligten, ja ihm sogar vorauseilten. Hunderte von Patienten starben den qualvollen Hungertod. Die Untersuchung läßt keinen Zweifel daran, dass die „Euthanasie“-Beteiligten nicht zu ihren Taten gezwungen wurden – von einem „Befehlsnotstand“ ganz zu schweigen.Viele von ihnen waren nicht einmal Anhänger des Nationalsozialismus. Was sie verband war die Überzeugung, dass sich das Volk vom „erbbiologisch unwerten Leben“ befreien müsse. Mit missionarischem Eifer machten sie sich an die Ausrottung der „Minderwertigen“. Dieses rassenbiologische Motiv hat eine bedeutend längere Geschichte als der deutsche Faschismus. Da es naturwissenschaftlich begründet war, gehörten zahllose Akademiker und hohe Beamte zu seinen Anhängern – und zu den Tätern der „Euthanasie“.

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Ausgrenzung (Anna Mitgutsch)

Ausgrenzung (Anna Mitgutsch)Die Geschichte einer Mutter und ihres verhaltensgestörten, wie die Ärzte sagen, autistischen Sohnes. Die Geschichte einer starken Frau und eines zarten Kindes, die sich selbst eine Welt erschaffen, weil sie in die Welt der anderen nicht zugelassen werden. »Ein Buch, das in seiner Radikalität nicht immer leicht zu ertragen ist – dessen suggestiver Kraft man sich aber nicht entziehen kann.« (Barbara von Becker in der »SZ«)

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‘Ich fühle mich nicht schuldig’ (Walter Kohl)

Georg Renno war Arzt und schickte in Hartheim, der größten Vernichtungsanstalt des nationalsozialistischen Deutschland, tausende Behinderte, Kranke und Kinder in den Tod. Nie wurde er zur Rechenschaft gezogen. Walter Kohl zeichnet das Psychogramm eines Täters, der sich selbst im Sterben liegend als Erlöser sieht, keinesfalls als Mörder.

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