Vor 75 Jahren

Die Historikerin und Journalistin Sabine Lueken schrieb diesen Artikel in der Tageszeitung Junge Welt. Fast vergessen sind die Opfer der psychiatrischen Krankenhäuser in Polen. 1939, mit dem Überfall auf Polen, begann das Ermorden der kranken Menschen, das Industrialisierung des Tötens. 75 Jahre sind vergangen, bis Sabine Lueken dieses Verbrechen in unsere Erinnerung, in unser Gedächtnis zurück brachte.
Sabine Lueken ist Mitglied im Gedenkkreis Wehnen.

Neue Forschungen zur NS-Medizin mit Schwerpunkt Oldenburg

Im vergangenen Herbst ist ein Forschungsband zu neuen Erkenntnissen über die NS-Krankenmorde mit dem Titel
Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus, Vorgeschichte – Verbrechen – Nachwirkungen“
erschienen, der auf eine Fachtagung in der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen zurückgeht. Thematischer Schwerpunkt der Tagung, die von der Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten veranstaltet wurde, waren die Ereignisse in den Heil- und Pflegeanstalten Wehnen und Lüneburg. Die Heil- und Pflegeanstalt Wehnen war das Zentrum der Morde an psychisch Kranken der gesamten Nordwest-Region. Der Forschungsband ist dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges durch die Alliierten gewidmet.
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Tuberkulose und Krankenmord in Oldenburg

Die Bekämpfung der Volkskrankheit Tuberkulose wandelte sich im Nationalsozialismus zu einer Bekämpfung der Kranken selbst. Als erblich vorbelastet, „asozial“ und „gemeinschaftsfremd“ stigmatisiert starben viele von ihnen in der Psychiatrie und in Zwangsasylierungseinrichtungen. Eine dieser Einrichtungen war das Kloster Blankenburg, das ab 1944 neben weiteren Tuberkulosekrankenhäusern von der Landesversicherungsanstalt (LVA) Oldenburg-Bremen geführt wurde. 2012 wurden in den Räumen der LVA umfangreiche Aktenbestände aufgefunden, die eine genauere Untersuchung der Tuberkulosemedizin in Oldenburg von der Endphase des Nationalsozialismus bis Mitte der 1950er Jahre ermöglichen. Weiterlesen

Erinnerung an zwei Opfer

Irmgard Bartels und Werner Fahrenholz heißen die zwei Menschen, an deren Schicksale mit neuen Veröffentlichungen in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover erinnert wird. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Personen und doch haben sie zwei Dinge gemeinsam: Beide lebten in der Region Hannover und beide waren aus verschiedenen Gründen Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.
Die Geschichte dieser beiden Opfer zeigt besonders an der Geschichte des Werner Fahrenholz, dass Verachtung und Diskriminierung der Opfer auch mit dem Ende der NS-Zeit nicht aufhörten.

Vortrag – Die Ärzte und der Holocaust

Der Genozid an den europäischen Juden hatte einen Vorläufer im NS-Krankenmord, („Euthanasie“). Idee und Organisationsform stammten von Ärzten wie Fritz Cropp aus Delmenhorst. 1940 – zwei Jahre vor Auschwitz erteilte dieser Arzt und Ministerialbeamte den Befehl zum Mord an den jüdischen Patienten.
Ingo Harms macht die Zusammenhänge zwischen den beiden NS-Mordprogrammen deutlich. Lag dem Krankenmord noch eine Aussonderung zugrunde, so war der Holocaust total. Das verbindende Glied war die Vernichtung der jüdischen Patienten, ein Vorgeschmack des Holocaust. Wie immer bei seinen Werkstattberichten aus der Forschung nennt Ingo Harms Namen und Orte.

Volkshochschule Wilhelmshaven (vhs).
Dozent: Dr. Ingo Harms
Veranstaltungsort: Hans Beutz Haus, Virchowstraße 29; Multifunktionssaal Wilhelmshaven
Termin: Dienstag, den 18.03.2014, 19.00 – 21.15 Uhr