„Buchhaltung und Krankenmord Die Oldenburgische Anstaltsfürsorge 1932-1948“

Dr. Ingo Harms stellte sein Buch mit den neuen Forschungsergebnissen am 26. August den Oldenburger Medien vor.

Zu den hervorstechendsten Merkmalen der Nazi-Gewaltherrschaft gehörten Ausgrenzung und Vernichtung. Das ist vielfach beschrieben worden. Weniger gut erforscht ist, dass es den Machthabern entgegen ihren ideologischen Bekundungen dabei vorwiegend um Bereicherung ging.
Erstmals untersucht ein Autor detailliert, wie ein Krankenmord-Programm dazu diente, Profite zu erwirtschaften. Den Hungermorden in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen und anderen oldenburgischen Anstalten lag ein Bereicherungsplan zugrunde, der bereits 1933 per Landesgesetz beschlossen wurde.

Während die Patienten in den Anstalten verhungerten, wurde aus dem eingesparten Pflegegeld ein umfangreiches Grund- und Anlagevermögen gebildet. Der Landesfürsorgeverband, eine ministerielle Abrechnungsstelle, wurde zu einem betriebswirtschaftlichen Unternehmen umgebaut. Der Auftrag lautete, Gewinne zu erwirtschaften und diese zur Finanzierung der völkischen Kultur, der Energieversorgung und anderer Staatsausgaben einzusetzen. Die Liste der begünstigten Einrichtungen ist lang, und ganz oben steht das Museumsdorf Cloppenburg. Weiterlesen

Keine Weihnachtsgeschichte

Kurz vor den Feiertagen erreichte mich die Nachricht von einem Interview, welches Dr. Ingo Harms mit Georg Jauken von der Regionalzeitung des Weserkuriers „Die Norddeutsche“ geführt hat.
Wussten die Ärzte aus der Umgebung von Oldenburg/Wehnen was sie taten, als sie die Patienten in die damalige Heil- und Pflegeanstalt Wehnen einwiesen? Dieser Frage geht der Medizinhistoriker Dr. Harms nach. Lesen Sie dazu diesen Artikel.

Terminänderung!

Zu den nächsten Vorträgen „Militär und Euthanasie“ sowie „Bethel in der NS-Zeit. Die verschwiegende Geschichte“ musste aus organisatorischen Gründen eine Terminänderung vorgenommen werden.

Der Vortag „Militär und Euthanasie“ findet nicht am 7. Mai sondern am 27. Mai 2015 statt.
Der Vortrag „Bethel in der NS-Zeit. Die verschwiegende Geschichte“ findet nicht am 9. Juni sondern am 30. Juni 2015 statt.

Hier finden Sie die Beschreibungen, Ort und Zeit der Vorträge.

Vor 75 Jahren

Die Historikerin und Journalistin Sabine Lueken schrieb diesen Artikel in der Tageszeitung Junge Welt. Fast vergessen sind die Opfer der psychiatrischen Krankenhäuser in Polen. 1939, mit dem Überfall auf Polen, begann das Ermorden der kranken Menschen, das Industrialisierung des Tötens. 75 Jahre sind vergangen, bis Sabine Lueken dieses Verbrechen in unsere Erinnerung, in unser Gedächtnis zurück brachte.
Sabine Lueken ist Mitglied im Gedenkkreis Wehnen.

Neue Forschungen zur NS-Medizin mit Schwerpunkt Oldenburg

Im vergangenen Herbst ist ein Forschungsband zu neuen Erkenntnissen über die NS-Krankenmorde mit dem Titel
Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus, Vorgeschichte – Verbrechen – Nachwirkungen“
erschienen, der auf eine Fachtagung in der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen zurückgeht. Thematischer Schwerpunkt der Tagung, die von der Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten veranstaltet wurde, waren die Ereignisse in den Heil- und Pflegeanstalten Wehnen und Lüneburg. Die Heil- und Pflegeanstalt Wehnen war das Zentrum der Morde an psychisch Kranken der gesamten Nordwest-Region. Der Forschungsband ist dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges durch die Alliierten gewidmet.
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