„erfasst, verfolgt, vernichtet“

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Februar und März war in der Karl-Jaspers-Klinik am richtigen Platz, einem Tatort während der NS-Zeit. Das wurde manchen Besuchern erst bewusst, als sie vor Ort waren.
„erfasst, verfolgt, vernichtet“ so das Thema der Ausstellung, und so wurde auch mit Patienten in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen verfahren.
Was war mit den verantwortlichen Ärzten und Pflegenden los? Wie konnten sie den Anordnungen von „Schreibtischtätern“ Folge leisten und dem Sterben der Verhungernden mitleidlos zusehen?
Wir wiesen am 18. Februar auf die Ausstellung hin. Hier können Sie die Rede zur Eröffnung von Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, lesen.

2 x NWZ

Wir geben Ihnen hier Gelegenheit 2 Artikel der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ) nachzulesen.

Dr. Rolf Keller von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten berichtet über die Notwendigkeit der regionalen Gedenkorte. Auch die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ wird erwähnt und damit die Krankenmorde in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Es gibt noch Zeitzeugen, jedoch nicht aus der Wehner Anstalt. Wer zum Verhungern „aussortiert“ wurde, hatte keine Überlebenschance.

Der zweite Artikel bezieht sich auf die Facharbeit der Schülerin Meret Wiese, Mariengymnasium Jever, wobei, die Überschrift für diesen Artikel etwas eigenwillig ist.
Meret Wiese erforschte die

„NS-,Euthanasie‘ und Erinnerung: Historische Aufarbeitung und Gedenkkultur am Beispiel der Pflege- und Heilanstalt Wehnen/Oldenburg“.

Sie tat damit genau das, was so wichtig ist, über die NS-Verbrechen zu informieren, gerade in der jungen Generation. Denn „Was nicht erinnert wird, kann jederzeit wieder geschehen, wenn die äußeren Lebensumstände sich entscheidend verschlechtern.“ Zitat Dororhea Buck

Wanderausstellung der DGPPN in der Karl-Jaspers-Klinik

Am 22. Februar wird die Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) unter dem Thema

„erfasst, verfolgt, vernichtet – historische und anthropologische Herausforderung der Psychiatrie“

um 18.00 Uhr in der Karl-Jaspers-Klinik eröffnet.
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider aus Aachen wird den Vortrag zur Eröffnung halten.

Prof. Dr. Dr. Schneider hielt schon 2011 auf unserem Gedenktag im September den Festvortrag.
Sie können hier (im PDF-Format) seine Rede anlässlich der Gedenkveranstaltung der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkurde“ (DGPPN) in Berlin am 26.11.2010 lesen.

Die Ausstellung findet hier an einem Tatort statt. Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises wird das Grußwort halten und Mitglieder des Gedenkkreises werden vor Ort sein, und Fragen zur Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen beantworten.
Den Flyer des Gedenkkreises zur Ausstellung können Sie hier abrufen.

Die Ausstellung wird zwei Wochen zu besichtigen sein. Während dieser Zeit werden Führungen für Gruppen stattfinden, begleitet vom wissenschaftlichen Beirat des Gedenkreises. Die Anmeldung kann über info(at)gedenkkreis.de erfolgen.

In der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ) vom 2. März ist zu dem Thema „Psychiatrie in der NS-Zeit“ dieser Artikel zu lesen.

Am letzten Tag der Wanderausstellung geben das Bläserquintett „Windspiel“ und Freunde das Frühjahrskonzert, ein gelungener Abschluss dieser so wichtigen Ausstellung.

Das war unser 2015

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Begonnen hat es mit der Buchvorstellung

„Forschung zur Medizin im Nationalsozialismus, Vorgeschichte – Verbrechen – Nachwirkungen“

Es folgten viele Vorträge zu Themen wie

Medizinische Verbrechen an Roma und Sinti aus Oldenburg,
Unwillkommen, vertrieben, ermordet: Wohnungslose im Nationalsozialismus,
Okonomie und Krankenmord, Kostendämpfung in der Pflege durch „Euthanasie“ – das Beispiel des Landesfürsorgeverbandes Oldenburg

Die Vorträge fanden überwiegend in Oldenburg statt, aber diesen Vortrag

Zwangssterilisiert und getötet, Heinrich R. ein Edewechter Schicksal 1935

hielt Dr. Ingo Harms in Edewecht, der Heimat von Heinrich R. Die Edewechter zeigten großes Interesse an diesem Schicksal ihres Mitbürgers.

Das „Highlight“ in diesem Jahr war die vollständige Erneuerung der Ausstellung in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“ durch ehrenamtliche Mitglieder des Gedenkkreises in wochenlanger Arbeit. Hier sind einige Fotos der neuen Ausstellung. Finanzielle Unterstützung gab es durch einen privaten Spender und der Gemeinde Bad Zwischenahn. Dafür ein herzliches Dankeschön! Weiterlesen

Bitte weitersagen…..neue Öffnungszeiten

Da wir einen neuen Mitarbeiter haben, ist die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Zukunft mittwochs und samstags von 12.00 – 16.00 Uhr geöffnet. Führungen können selbstverständlich außerhalb dieser Zeit unter info(at)gedenkkreis.de vereinbart werden.

Die Ausstellung in der Gedenkstätte wurde komplett erneuert. Das wurde durch ehrenamtliche Arbeit einiger Mitglieder, sowie Spenden einer Privatperson und der Gemeinde Bad Zwischenahn ermöglicht. Dafür bedanken wir uns herzlich!