Spurensuche, von São Paulo nach Wehnen

Seltener Besuch in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Wehnen. Alberto G. hatte sich zusammen mit seiner Frau auf die Suche nach seinem verschollenen Großvater gemacht.
Albert G. wanderte als junger Mann nach Brasilien aus, heiratete und gründete eine Familie. Nicht mehr nachvollziehbar sind die Gründe seiner Rückkehr nach Deutschland. Zunächst verlor sich seine Spur. Aber seinem Enkel ließ das Verschwinden seines Großvaters keine Ruhe. Er fand heraus, dass er nach seiner Rückkehr in Hamburg ankam, dann nach Wilhelmshaven in die Nähe seiner Geburtsstadt Varel ging. Schwer erkrankt landete er schließlich 1943 in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Dort erging es ihm wie den meisten Patienten. Es gab keine Therapie, sondern schwere körperliche Arbeit bei völlig unzureichender Ernährung. Krank und entkräftet starb er nach nur 8 Monaten. p1020016a
Dank der Forschung eines Medizinhistorikers und eines Psychiaters vom Gedenkkreis erfuhren Herr G. und seine Frau von dem Schicksal des Albert G.
Herr Alberto G. sah sich, begleitet vom wissenschaftlichen Beirat, die Ausstellung in der „Alten Pathologie“ an, verweilte vor dem Denkmal auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik und besuchte die „Euthanasie“-Erinnerungsstätte auf dem Ofener Friedhof. Hier nahm er Abschied von seinem Großvater.
Unser ganz besonderer Dank gilt Prof. Dieckert, der mit seinen portugiesischen Sprachkenntnissen die Gespräche mit unseren Gästen aus Brasilien erst möglich machte.

Sehen Sie hier einige Fotos vom Treffen mit Regina und Alberto G.

Dieses Ereignis griff auch die NWZ Ammerland auf und veröffentlichte dazu diesen Artikel.

„Wo fängt es an – wo hört es auf?“

Unter diesem Motto begehen wir am 1. September 2016 unseren Gedenktag.
Am 1. September 1939 erließ Adolf Hitler den sog. Gnadentoderlass und eröffnete damit die „Euthanasie“, das Morden an hilfsbedürftigen kranken Menschen.

Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner wird den Festvortrag halten. Schon 2001 hielt Prof. Dörner zur Einweihung des Mahnmals auf dem Gelände der heutigen Karl-Jaspers-Klinik diesen Vortrag.
Für den musikalischen Beitrag konnten drei Musiker des Ensembles Windspiel gewonnen werden.
Alles Weitere finden Sie im Programm des Gedenktages 2016.

Fremdenhass, rechtsradikale Entwicklungen geben uns Anlass, die Erinnerung an die Verbrechen im Nationalsozialismus wach zu halten. Dazu passend der Eintrag aus dem Gästebuch in der Gedenkstätte Alte Pathologie „Wo fängt es an – wo hört es auf?“.

Wir laden Sie zu unserer diesjährigen Gedenkfeier herzlich ein. Gerne dürfen Sie Einladung und Programm an Freunde und Interessierte weiter geben.

Pünktlich zum Gedenktag hat Dr. Ingo Harms sein Buch mit dem Titel Buchhaltung und Krankenmord, ISBN 978-3-8142-2344-5 zu dem Forschungsauftrag zum Verbleib der eingesparten Gelder der Hungermorde veröffentlicht. Dazu schreibt die hiesige Nordwest Zeitung (NWZ) und die Oldenburger Sonntagszeitung.
Sie können das Buch am Gedenktag erwerben.

„erfasst, verfolgt, vernichtet“

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Februar und März war in der Karl-Jaspers-Klinik am richtigen Platz, einem Tatort während der NS-Zeit. Das wurde manchen Besuchern erst bewusst, als sie vor Ort waren.
„erfasst, verfolgt, vernichtet“ so das Thema der Ausstellung, und so wurde auch mit Patienten in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen verfahren.
Was war mit den verantwortlichen Ärzten und Pflegenden los? Wie konnten sie den Anordnungen von „Schreibtischtätern“ Folge leisten und dem Sterben der Verhungernden mitleidlos zusehen?
Wir wiesen am 18. Februar auf die Ausstellung hin. Hier können Sie die Rede zur Eröffnung von Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, lesen.

2 x NWZ

Wir geben Ihnen hier Gelegenheit 2 Artikel der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ) nachzulesen.

Dr. Rolf Keller von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten berichtet über die Notwendigkeit der regionalen Gedenkorte. Auch die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ wird erwähnt und damit die Krankenmorde in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Es gibt noch Zeitzeugen, jedoch nicht aus der Wehner Anstalt. Wer zum Verhungern „aussortiert“ wurde, hatte keine Überlebenschance.

Der zweite Artikel bezieht sich auf die Facharbeit der Schülerin Meret Wiese, Mariengymnasium Jever, wobei, die Überschrift für diesen Artikel etwas eigenwillig ist.
Meret Wiese erforschte die

„NS-,Euthanasie‘ und Erinnerung: Historische Aufarbeitung und Gedenkkultur am Beispiel der Pflege- und Heilanstalt Wehnen/Oldenburg“.

Sie tat damit genau das, was so wichtig ist, über die NS-Verbrechen zu informieren, gerade in der jungen Generation. Denn „Was nicht erinnert wird, kann jederzeit wieder geschehen, wenn die äußeren Lebensumstände sich entscheidend verschlechtern.“ Zitat Dororhea Buck

Wanderausstellung der DGPPN in der Karl-Jaspers-Klinik

Am 22. Februar wird die Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) unter dem Thema

„erfasst, verfolgt, vernichtet – historische und anthropologische Herausforderung der Psychiatrie“

um 18.00 Uhr in der Karl-Jaspers-Klinik eröffnet.
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider aus Aachen wird den Vortrag zur Eröffnung halten.

Prof. Dr. Dr. Schneider hielt schon 2011 auf unserem Gedenktag im September den Festvortrag.
Sie können hier (im PDF-Format) seine Rede anlässlich der Gedenkveranstaltung der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkurde“ (DGPPN) in Berlin am 26.11.2010 lesen.

Die Ausstellung findet hier an einem Tatort statt. Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises wird das Grußwort halten und Mitglieder des Gedenkkreises werden vor Ort sein, und Fragen zur Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen beantworten.
Den Flyer des Gedenkkreises zur Ausstellung können Sie hier abrufen.

Die Ausstellung wird zwei Wochen zu besichtigen sein. Während dieser Zeit werden Führungen für Gruppen stattfinden, begleitet vom wissenschaftlichen Beirat des Gedenkreises. Die Anmeldung kann über info(at)gedenkkreis.de erfolgen.

In der hiesigen Nordwestzeitung (NWZ) vom 2. März ist zu dem Thema „Psychiatrie in der NS-Zeit“ dieser Artikel zu lesen.

Am letzten Tag der Wanderausstellung geben das Bläserquintett „Windspiel“ und Freunde das Frühjahrskonzert, ein gelungener Abschluss dieser so wichtigen Ausstellung.