Authentische Geschichte
Das kleine, rote Backsteinhaus auf dem Gelände des heutigen Niedersächsischen Landeskrankenhauses Wehnen wurde im Jahr 1880 errichtet.
Schon der kreuzförmig angedeutete Grundriss weist auf die ursprüngliche Nutzung als Leichenhalle hin. Doch ab 1936 gibt es eine Veränderung:
Das Gebäude wird ab diesem Zeitpunkt als Pathologie genutzt. Psychiatrische „Fachärzte“, die sich an der sozialdarwinistischen NS-Gesundheitspolitik orientieren, sind auf der Suche nach Beweisen für ihre rassistischen Wahnideen. Damit zeichnen sie sich reichsweit durch einen vorauseilenden Gehorsam bezüglich der erst ab 1939 gültigen Gesetze aus. Es ist der Beginn des dunkelsten Kapitels der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, bei dem Euthanasie und Hungertod im Mittelpunkt stehen. Der abgebrochene Seziertisch, die aus dem Boden ragenden Versorgungsleitungen sowie verschiedene andere Details erínnern an das Geschehen in der ehemaligen Prosektur.
Denken • Gedenken
Die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ versteht sich als Ort der Dokumentation und Aufklärung, der Rehabilitation und Recherche. Angehörigen
von Euthanasie-Betroffenen sowie Interessierten wird damit ein lebendiges Forum geboten. Es bietet Raum für Dialoge und den Versuch, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Auch geht es darum, Menschen und Taten namhaft zu machen, Bezüge wieder herzustellen – innerhalb der Region, zwischen Ärzten und Patienten und nicht zuletzt zwischen Tätern und Opfern.
Die Ausstellung
… wendet sich an die interessierte Öffentlichkeit. Es wird eine Präsentation angestrebt, die mit der Zeit wächst und sich aus sich selbst heraus entwickelt. Basis dafür sind folgende Einheiten:
- Dokumentation der Vorgänge in der Anstalt Wehnen unter der NSHerrschaft
- Ehemalige Prosektur als Raum des Gedenkens
- Informationen über die zwischen 1933 und 1947 gestorbenen Patienten
- Quellen über vergleichbare Hintergründe in anderen damaligen Psychiatrien
- Weitere Quellen zu den Hintergründen der Geschehnisse (Bibliothek, Kopien, Internet etc.)
- Handapparat zum Thema „Medizin im Nationalsozialismus“
- Kontakte zu anderen Gedenkstätten (nicht nur) der NS-Euthansie
- Informationen über Sterilisierte im Bereich des „Erbgesundheitsgerichts“ Oldenburg
- Umfang und Alltag der „Erbgesundheitspflege“ in der Region Weser-Ems.
Bilder von der Ausstellung und vom Mahnmal finden Sie hier (falls Sie mit einer analogen oder ISDN-Verbindung surfen, kann es etwas dauern, bis die Fotos geladen werden).










