Führungen

Der Gedenkkreis bietet als Angebot für Gruppen aller Art und Schulklassen Führungen in der Gedenkstätte und zum Friedhof Ofen mit den Gedenksteinen bzw. –kreuzen an.
Diese Führungen werden durch den wissenschaftlichen Beirat durchgeführt.
Inhaltliche Schwerpunkte sind:

  • Opfer der Krankenmorde
    Dabei versuchen wir, anhand von ausgewählten Biographien einzelner Patienten (auch von Kindern) den Ablauf der Krankenmorde zu verdeutlichen und das Leben in der Heil- und Pflegeanstalt zu erklären.
  • Täter
    Bei den Tätern und Täterinnen handelt es sich um die verantwortlichen Ärzte, die Politiker, die den Pflegesatz immer weiter verminderten, den Verwaltungsleiter, der von sich aus weitere Einsparungen bei der Verpflegung vornahm und die Pfleger und Pflegerinnen.
    Die Motive der Täter werden untersucht und das Leben nach 1945 dargestellt.
  • Rassenhygiene und Eugenik
    Die „Auslese erbgesunder Erbanlagen“ und das „Ausmerzen erbungesunder Erbanlagen“ waren Säulen der Rassenhygiene und Eugenik.
    Es gab eine ganze Reihe von Maßnahmen und Gesetze in diesem Bereich:
    a) „Auslese erbgesunder Erbanlagen“: Lebensborn, Kindergeld, Ehestandsdarlehen, Propaganda (z. B. Muttertag, Mutterkreuz)
    b) „Ausmerzen erbungesunder Erbanlagen“: Zwangssterilisation, Ehevorschriften, „Euthanasie

Auf Wunsch können weitere Schwerpunkte gebildet werden:

  • Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, Bewahr- und Pflegeanstalt Blankenburg, Unterrichts-und Pflegeanstalt Gertrudenheim: drei Anstalten – ein verantwortlicher ärztlicher Leiter
  • Zwangssterlisationen im Oldenburger Land
  • Gedenkkultur im Andenken an die Opfer mit einem Besuch der Gedenksteine auf dem Ofener Friedhof
  • T4 – die „offizielle“ deutsche „Euthanasieaktion“

In der Regel beginnt die Führung mit einem Vortrag in einem Raum der Karl-Jaspers-Klinik zu den oben genannten Schwerpunkten. Es schließt sich eine Führung in der Gedenkstätte selbst an.
Die Gedenkstätte besteht aus der Alten Pathologie, der Leichenhalle der Anstalt, in dem Tafeln mit den Biographien der Täter und den Zusammenhängen der Krankenmorde hängen, und dem in den dreißiger Jahren angebauten Sezierraum, in dem die roten Bücher mit Biographien der Opfer liegen.

Das Alter der Besucher und die Intensität, mit der sie sich bisher mit dem Thema beschäftigt haben, versuchen wir bei den Führungen zu berücksichtigen.

Die Gedenkstätte wird von einem Verein getragen. Der wissenschaftliche Beirat (derzeit Dieter Gers und Dr. Ingo Harms) organisiert die Führungen ehrenamtlich.
Damit die laufenden Kosten der Gedenkstätte getragen werden können und Aktualisierungen erarbeitet werden können, bittet der Gedenkkreis um eine Spende von 2 € pro Besucher bzw Besucherin.

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