Gedenken an die Opfer der Hunger-Euthanasie am Volkstrauertag 2017

Wie auch die anderen Vereine der Ofener Gemeinde legten Mitglieder des Gedenkkreises Wehnen am Volkstrauertag nach dem Gottesdienst in der Ofener Kirche auf dem Gedenkfeld für die Opfer der NS-Hunger-Euthanasie des angrenzenden Friedhofs einen Kranz nieder. In der Predigt gedachte Pastor Raudonat aller Opfer kriegerischer Gewalt und der Opfer der Hunger-Euthanasie.
Auch die Geschäftsführung der Karl-Jaspers-Klinik legte einen Kranz auf das Gedenkfeld mit den vielen Steinen, die die Zahl der Hungeropfer symbolisieren. Somit weisen jeweils zwei Kränze neben dem Gedenkstein auf dem Gedenkort des Ofener Friedhofs in den Novembertagen darauf hin, dass die ca. 1500 Opfer der Hungermorde nicht vergessen sind.

Gedenktag 2015: „Wer vergisst, hat keine Zukunft“

Frau Tilgner verliest am Mahnmal ein Patientenschicksal

Hanna Tilgner beim Verlesen eines Patientenschicksals

In diesem Jahr hatten wir eine sehr eindrucksvolle Feier. Am Denkmal auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik verlas Hanna Tilgner ein Patientenschicksal. Es ging um das Leben und Sterben eines kleinen Kindes während der NS-Zeit, hier in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Die Geschichte löste große Betroffenheit aus.

Die Gedenkfeier wurde im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik fortgesetzt. Nach der Begrüßung der Gäste durch Günter Gräber und Elke Harms-Kranich, Vorsitzende des Gedenkkreises, wies Elke Harms-Kranich in ihrer Rede auf das ganz persönliche Schicksal der Patienten und ihrer Angehörigen hin. Sie endete mit einem Zitat von William Faulkner: „Das Vergangene ist nie tot – es ist nicht einmal vergangen“. Weiterlesen

Der Film „Geschichte im Nordwesten – Patientenmorde in Wehnen“

Die Mitgliederversammlung am 28. April war sehr gut besucht. Viele Menschen, die bisher noch keinen Kontakt zum Gedenkkreis haben, sind sicher auch wegen der Filmvorführung gekommen.
Alle Interessierten, die nicht dabei sein konnten, können sich den Film hier ansehen.

In aller Kürze zu den Wahlen auf der Versammlung: Edda Minssen, 1. Vorsitzende, und Hedwig Thelen, 1. stellvertr. Vorsitzende wurden erneut gewählt. Neu dazu gekommen sind Susanne Barth als 2. stellvertr. Vorsitzende und Dorothea Regener als Beisitzerin.


Quelle: YouTube, Nutzer: geschichtemitmachen, www.geschichte-mitmachen.de

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Verdienstmedaille für Edda Minssen: „Politische Anerkennung der Patientenmorde von höchster Ebene“

Am vergangenen Freitag erhielt die Vorsitzende des Gedenkkreis Wehnen e.V. Edda Minssen die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. Ausgezeichnet wurde ihr langjähriges Engagement für den Gedenkkreis.
Hier eine Zusammenfassung der Medienresonanzen. Dieser Video-Beitrag von NWZ-TV dokumentiert die Überreichung der Medaille durch den Ammerländer Landrat Jörg Bensberg:

Die Nordwest-Zeitung erklärt den hohen Wert der Medaille und zitiert Edda Minssen: Sie ist etwas Besonderes, weil die Medaille für die Trägerin selbst „die politische Anerkennung der Patientenmorde von höchster Ebene ist“.“

NWZ-Redakteurin Anja Biewald fügt in einem Kommentar der Barßeler Print-Ausgabe der Zeitung hinzu:

Aufklärung, Wahrheit, Gerechtigkeit – das sind starke Ziele. Die Barßelerin Edda Minssen hat sie alle erreicht. Sie hat dazu beigetragen, die Verbrechen der Nationalsozialisten in der Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen aufzudecken. Damit hat sie den Angehörigen der Opfer ein unschätzbares Geschenk gemacht: Klarheit über den Tod ihrer Verwandten. Um diese Öffentlichkeit herzustellen, hat Edda Minssen auch viel von sich selbst preisgegeben: Auch ihre Mutter verhungerte in Wehnen. Was das für sie bedeutet, teilt Edda Minssen öffentlich, um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Danke dafür.

Edda MinssenDie Ammerländer Sonntagszeitung berichtet vom Festakt und geht auf die Laudationes von Bischof Jan Janssen, Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner und Thomas Kossendey ein.

Der Oldenburger Lokalteil schreibt unter anderem: „Der Gedenkkreis hält seit 15 Jahren die Erinnerung an die Patientenmorde in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, der heutigen Karl-Jaspers-Klinik, wach.“

Sabine Weiss vom Huntereport schreibt: „„Unsere Mutter ist gestorben worden“ – Diese Aussage auf die Frage nach dem Tod der Mutter trieb Edda Minssen ein Leben lang an, nach der Wahrheit zu suchen.

„Für ihr unermüdliches Erinnern an die Menschen, die in der einstigen Heil- und Pflegeanstalt heimlich ermordet wurden“ hat Edda Minssen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bekommen, schreibt der Generalanzeiger.

Das Cloppenburger Wochenblatt titelt „Besondere Auszeichnung für Barßelerin Edda Minssen“ und berichtet vom Festakt.

Einen ausführlichen Beitrag gibt es auch bei der Kirchengemeinde Westerstede: „Edda Minssen erhielt Bundesverdienstmedaille für Engagement für den Gedenkkreis Wehnen e.V.“.

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Fünf Jahre Gedenkstätte Lüneburg und Tagung „NS-Euthanasie“ in Aachen

Die Gedenkstätte Lüneburg begeht am 21.11.2009 ihr fünfjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet dort ein „Tag der Offenen Tür“ statt, zu dem herzlich eingeladen wird.

In Aachen findet am 11. und 12.12 2009 eine Tagung zum Thema „NS-Euthanasie“statt. Vom Gedenkkreis Wehnen werden dort Hedwig Thelen und Dr. Alfred Fleßner jeweils einen Vortrag halten. Weitere Informationen gibt es hier (Einladung im PDF-Format).