„Euthanasie“ in Mainkofen

Der Bericht der Tageszeitung taz aus dem bayerischen Mainkofen ist fast identisch mit der Geschichte der Heil-und Pflegeanstalt Wehnen, heute Karl-Jaspers-Klinik.
Dass die Ermordung von tausenden Patienten in den Heil- und Pflegeanstalten nicht in Vergessenheit gerät, ist, wie bei uns, im Oldenburger Land einer Handvoll aktiver Menschen, wie Angehörigen und Historikern, zu verdanken. In meist ehrenamtlicher Arbeit ließen sie trotz vieler Anfeindungen nicht nach, das Schicksal dieser Menschen vor dem Vergessen zu retten.

Wie viele psychiatrische Kliniken gibt es in Deutschland mit ähnlicher Geschichte? Bleibt zu hoffen, dass sich auch in Zukunft viele Menschen zusammenfinden, diese unsägliche Vergangenheit aufzuarbeiten und damit den ermordeten Patienten ihre Würde zurückgeben.

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Bürgermeister und Schreibtischtäter

Am 31. Januar 2014 berichteten wir über das Vorstandsmitglied des Landesfürsorgeverbandes Wilhelm Oltmanns. Jetzt können wir neue Forschungsergebnisse des Oldenburger Historikers Dr. Ingo Harms zu dem Wirken des W. Oltmanns während und auch noch nach der NS-Zeit veröffentlichen.
Dazu ein Zitat aus dem Aufsatz von Ingo Harms:

    „Der Landesfürsorgeverband, heute Bezirksverband Oldenburg, hat sich zu den Hungermorden nie bekannt geschweige denn sich bei den Opfern entschuldigt. Für die Aufklärung der Geschehnisse, die nicht zuletzt zu einer Bereicherung seines Vermögens um Millionen Reichsmark geführt haben, hat er sich bisher nicht eingesetzt“.

Es ist sicher nicht einfach und es braucht Zeit, sich zu der eigenen, in diesem Fall schwierigen Geschichte zu bekennen. Aber die Zeit ist längst gekommen.

Außerordentliche Mitgliederversammlung

Der Vorstand des Gedenkkreises lädt zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29. November 2014 um 14.00 Uhr ein. Einladung und Tagesordnung werden demnächst veröffentlicht.
Wie immer, sind neben den Mitgliedern des Gedenk- und Förderkreises auch Gäste herzlich willkommen.

Fachtagung in Quakenbrück

Zur 9. Jahrestagung Psychiatrische und Psychosomatische Pflege am
Samstag, den 15.11.2014 im Christlichen Krankenhauses GmbH, Zentrum für Psychologische und Psychosoziale Medizin in Quakenbrück hält u.a. der Oldenburger Medizinhistoriker Dr. Ingo Harms einen Vortrag zum Thema

    „Psychiatrische Pflege im Nationalsozialismus“

Die Tagung ist für Mitarbeiter_Innen aus dem medizinischen Bereich geeignet. Das Programm einschließlich der Anmeldung finden Sie hier im PDF Format.

NS-Medizin und Rassenhygiene in Wilhelmshaven und Jever

Jever nahm als Zentrum des Nazitums auch in der NS-Medizin eine beherrschende Stellung ein. Jeveraner Ärzte standen im ideologischen und klinischen Austausch mit Wilhelmshavener Gesundheitsbehörden. Dank guter Quellenlage in Jever seit dem historischen Fund von 2009 lässt sich trotz lückenhafter Aufzeichnungen in Wilhelmshaven rekonstruieren, wie beide Städte in der unmenschlichen Medizinalpolitik kooperierten.
Der Medizinhistoriker Ingo Harms aus Oldenburg stellt mit diesem Thema eine seiner neuesten Forschungen am 4.11.2014 um 19.00 Uhr in Wilhelmshaven, Volkshochschule vor.