Der andere Müller vom Siel – Rückblick

Die Veranstaltung „Der andere Müller vom Siel“ am 25. Mai war sehr gut besucht.
Nach der Begrüßung durch den Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg Prof. Dr. Rainer Stamm hielt Stefan Buss ein Grußwort.

Buss, seit 2009 Anreger und Betreiber des Projektes einer Sichtbarmachung des ganzen Müller vom Siel, stellte die durch das Landesmuseum / Oldenburg und die Sammlung Prinzhorn / Heidelberg zu Stande gekommene Ausstellung als gelungenen Versuch dar, erstmals den über 75 Jahre nach der Nazizeit nicht wirklich wahrgenommenen, auch danach nicht gewürdigten Maler und den in der Anstalt Wehnen zu Tode gehungerten Menschen umfänglich sichtbar zu machen. Zudem lud er für die Evangelisch-Lutherische Akademie / Oldenburg zu einem Symposium am 5. Juli 2014 in das Oldenburger Schloss ein. Bei dieser öffentlichen Veranstaltung wird es um den Maler in seiner Anstaltszeit und um die Aufarbeitung seiner weitgehenden Unsichtbarkeit in den vielen Jahrzehnten danach gehen. Weiterlesen

Neues vom Gedenkkreis Wehnen

Die Ausstellung des Oldenburger Malers Georg Müller vom Siel kann in Oldenburg besichtigt werden. Viele bisher unbekannte Bilder können jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Die Einladung zu Eröffnung der Ausstellung „Der andere Müller Siel“ des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte vom 25. Mai bis 24. August 2014 finden Sie hier als PDF Datei.

Dazu auch die Einladung zum Symposium der Akademie der Ev-luth.Kirche Oldenburg „Der ganze Müller vom Siel“ am 5. Juli 2014 von 9.30 – 16.00 Uhr. Dr. Ingo Harms, wissenschaftlicher Beirat des Gedenkkreises, wird dort u.a. einen Vortrag mit dem Titel Georg Müller vom Siel: Krankengeschichte, Krankheitsbiographie , Rezeptionsgeschichte halten.

Wir weisen Sie auf eine weitere Ausstellung „Soziale Arbeit“ im Nationalsozialismus, historische Spurensuche in Oldenburg hin. Auch hier wird ein Stück der jüngsten Vergangenheit in unserer Region bekannt.
Veranstalter: Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Oldenburg, Damm 43. Die Ausstellungseröffnung ist am 22. Mai um 20.00 Uhr.

Diesen Vortrag (Elektronische Zeitung „Schattenblick“, Seite 9 – 13) hielt Dr.Ingo Harms im Workshop am 7./8. Februar 2014 in Hamburg-Alsterdorf und Neuengamme: Hunger als Mittel der NS-Medizin – Staatlich organisiertes Mangelregime . Das Denken und auch Handeln in den Psychiatrien Deutschlands trug noch lange nach 1945 die Spuren der NS-Zeit.

Die Entnazifizierung der Ärzte – Vom Scheitern einer Austreibung

In der Nazidiktatur verkam die Medizin zu einem Instrument für Hitlers rassenhygienische Pläne. Krankenmord, Zwangssterilisation und Kinder-Euthanasie forderten zahllose Opfer.
Ärzte waren Hitlers willigste Helfer und die akademische Berufsgruppe mit der höchsten NSDAP-Mitgliedschaft (45 %) – ein Tabuthema bis heute.

Warum die politische Säuberung der Oldenburger Ärzteschaft nach dem Krieg scheitern musste und wie sie scheiterte, zeigt der Oldenburger Medizinhistoriker Ingo Harms anhand von Statistiken und Einzelfällen aus der Oldenburger Ärzteschaft.

Dr. habil. Ingo Harms, Medizinhistoriker
Universitäten Heidelberg und Oldenburg
Wissensch. Beirat des Gedenkkreises Wehnen
VHS-Veranstaltung am 14.5.2014
18.00 Uhr VHS Karlstraße 25, Raum 2.16

Erinnerung an zwei Opfer

Irmgard Bartels und Werner Fahrenholz heißen die zwei Menschen, an deren Schicksale mit neuen Veröffentlichungen in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover erinnert wird. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Personen und doch haben sie zwei Dinge gemeinsam: Beide lebten in der Region Hannover und beide waren aus verschiedenen Gründen Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.
Die Geschichte dieser beiden Opfer zeigt besonders an der Geschichte des Werner Fahrenholz, dass Verachtung und Diskriminierung der Opfer auch mit dem Ende der NS-Zeit nicht aufhörten.