Das Schweigen der Angehörigen

Nehmen Sie sich acht Minuten Zeit für das Interview mit Götz Aly. Es ist eine traurige Wahrheit, dass viele Angehörige sich nicht um ihre kranken Familienmitglieder kümmerten, nachdem sie in sog. Heil- und Pflegeanstalten verschwunden waren.
Dabei darf nicht verschwiegen werden, wie unendlich schwer das Zusammenleben mit einem behinderten Mitglied der Familie während der NS-Zeit war. Ausgrenzung und Diffamierung der ganzen Familie waren oft die Folge.
Und wie ist das heute? Immer noch sehr schwer, besonders seit Abtreibungen noch nach der 22 Schwangerschaftswoche bei Verdacht auf Behinderung des Kindes zugelassen sind. Eltern, die sich zu ihrem behinderten Kind bekennen, gehört größte Achtung und vor allem jede mögliche, besonders finanzielle, Unterstützung.

Volkskörper und Frauenbauch – „Spätabtreibungen“ als Dilemma im Diskurs über Selbst-Bestimmung. Ein Erfahrungsbericht

Öffentlicher Vortrag am Donnerstag, den 11. April 2013 um 19.00 Uhr
im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Oldenburg von Dr. Magdalene Heuvelmann

In Verbindung mit dem Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg und der Forschungsstelle GGS der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg lädt der Gedenkkreis zu diesem Vortrag ein.
Nach der „Euthanasie“ in der NS-Zeit ist es kaum zu glauben, dass ein Aussortieren von lebensfähigen Embryonen bis kurz vor dem Ende der Schwangerschaft vom Gesetzgeber legalisiert wurde. Es kann und darf nicht sein, dass sich der Staat auf diesem Wege seiner Pflicht entzieht, ein behindertes Kind mit allen Mitteln zu fördern, ihm eine echte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Sollten diese Spätabtreibungen üblich werden, sollte eine werdende Mutter gar dazu überredet werden, wie schwer wird es dann für Eltern sich ganz bewusst für ihr (behindertes) Kind zu entscheiden!
Droht schon wieder eine Stigmatisierung eines behinderten Kindes und damit der ganzen Familie?

Es erwartet uns ein interessanter Vortrag mit anschließender Diskussion.