Wir begrüßen Sie im Gedenkkreis Wehnen e.V.

Unser Gedenkkreis wurde nach der Veröffentlichung des Buches "Wat mööt wi hier smachten" (Autor Dr. Ingo Harms) von Betroffenen, deren Angehörige in der heutigen Karl-Jaspers-Klinik Wehnen während der Nazizeit ermordet wurden, gegründet.

Wir bieten allen interessierten Menschen Gelegenheit mit uns Kontakt aufzunehmen. Jedoch ist nicht Anklage oder gar Vergeltung unser Anliegen. Wir möchten den ermordeten Menschen im Gedenken ihre Würde zurückgeben.

Wir laden Sie hiermit herzlich ein sich auf unserer Webseite zu informieren.

Ihr Gedenkkreis Wehnen e. V.

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Dienstag, 13. September 2005

Unser Gedenktag am 01. September

Fast 80 Besucher sind trotz des schwülheißen Wetters unserer Einladung zum diesjährigen Gedenktag gefolgt.
Schon aus der Tagesordnung ging ervor, dass es ein interessanter Nachmittag werden sollte.
Zur Begrüßung wies Frau Knöttig, Vorsitzende des Gedenkkreises, darauf hin, dass die Gedenkstätte jetzt seit über einem Jahr besteht und zur Zeit ehrenamtlich geführt wird. Diese Stätte dient der Information über den Mord an den Patienten während der NS-Zeit und soll ein Ort des Erinnerns und der Trauer sein.
Frau Regener vom Gedenkkreis berichtete über ihre Recherche im Oldenburger Staatsarchiv. Dort stieß sie auf Zahlenmaterial über die Beschlüsse des „Erbgesundheitsgerichtes“, das während der NS – Zeit auch in Wehnen tagte. Sie berichtete über Zwangssterilisationen, die dann überwiegend in den Oldenburger Krankenhäusern wie den damaligen Städtischen Krankenanstalten und auch des Evangelischen Krankenhauses vorgenommen wurden.

Einen breiten Raum nahmen die Vorträge von Herrn Prof. Dr. Nitsch und Herrn Dr. Fleßner von der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg ein. Es ging um die zukünftige Zusammenarbeit der Gedenkstätte, den Opfer-Angehörigen sowie Betroffenen mit der Forschungsgruppe der Oldenburger Universität. „Wir stehen mit unserem Vorhaben vor einer außerordentlichen Herausforderung. Bisher hat es kein einziges Forschungsprojekt dieser Art gegeben, in dem die Kooperation zwischen Opfer-Angehörigen, Gedenkstätte, verschiedenen Fachwissenschaftlern einer Universität und einem studentischen Projekt zu dem Themenkomplex NS-Euthanasie gearbeitet wurde“, so Professor Dr. Nitsch.

„Offene und ausführliche Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen“, das ist das Ziel der Arbeit von Dr. Fleßner. Hier sollen vor allem historische Geschehnisse von Zeitzeugen öffentlich werden, die noch nicht archiviert sind. Die Forschungsgruppe wird bei dieser Arbeit auf die Gedenkstätte und die Mitglieder des Gedenkkreises angewiesen sein. Wir sind zu dieser Zusammenarbeit gerne bereit, die für beide Seiten sehr interessant und informativ werden wird.

Die Ausstellung in der Gedenkstätte konnte nach den Vorträgen besichtigt werden, das wurde von vielen Besuchern der Feier genutzt.