27. Januar – Holocaust Gedenktag

Zum Anlass des Holocaust Gedenktag laden das Kulturbüro Oldenburg und der Gedenkkreis Wehnen zu insgesamt vier Veranstaltungen ein, unter dem Motto

Vom Wert des Lebens

„Auf einmal ist Geschichte so nah!“
Schüler und Schülerinnen des Oldenburger Herbartgymnasiums haben das Leben von vier behinderten Kindern während der NS-Zeit unter Begleitung des Historikers Dr. Ingo Harms erforscht und in „blauen Büchern“ nieder geschrieben. In ihnen dokumentieren sie das Schicksal der vier Opfer, die im Zuge des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten getötet wurden. Die Bücher werden später den schon vorhandenen roten Büchern in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“ zugefügt.
Mittwoch, 25. Januar, 10.00 Uhr, Moderation Stefan Buss
Kulturzentrum PFL, Veranstaltungssaal

„Die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit“
In diesem Vortrag wird Prof. Dr. Thomas Beddies über Verbrechen an Kindern berichten. Die »Kinder-Euthanasie« geschah im Alltag der Menschen, mitten in Deutschland. Niedergelassene Ärzte beteiligten sich daran ebenso wie staatliche Ämter. Krankenhäuser und wissenschaftliche Institute waren die Orte dieser Verbrechen.
Prof. Dr. Beddies ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Freitag, 27. Januar, 19.00 Uhr
Kulturzentrum PFL, Vortragssaal

„NS-Euthanasie bis zur aktuellen Debatte um Sterbehilfe“
ist der Titel des Vortrages von Dr. Michael Wunder. Vor allem seine Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus machen Michael Wunder zum Kritiker in den Debatten um Sterbehilfe. Auch wenn der Suizidwunsch eines Menschen letztendlich zu akzeptieren sei, bräuchten Menschen mit Suizidgedanken zuallererst Hilfe und Ermutigung. Zu warnen sei vor einer Propagierung des Suizids als Problemlösung bei schwerer Erkrankung.
Dr. Michael Wunder ist Dipl.-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut. Er war von 2008 bis 2016 Mitglied des Deutschen Ethikrates. Er leitet das Beratungszentrum der Evangelischen
Stiftung Alsterdorf in Hamburg, eine Einrichtung für Menschen mit
Behinderung.
Dienstag, 31. Januar, 19.00 Uhr
Kulturzentrum PFL, Veranstaltungssaal

Die Vergeltung „Ich werde nicht schweigen“,
das ist der Spielfilm von Esther Gronenborn
mit Nadja Uhl, Katja Flint, Martin Wuttke, u.a.
Es geht um das Schicksal der Kriegswitwe Margarete Oelckers, der die Witwenrente von ihrem von den Nationalsozialisten ermordeten Mann versagt wird. Ihr Mann ist einer der ermordeten Patienten aus der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Sie realisiert, dass die Verantwortlichen von einst nie zur Rechenschaft gezogen worden sind, ihrer Ämter nie enthoben wurden und ihr Einfluss auch in der jungen deutschen Demokratie noch immer groß ist. In diesem Film wird eine direkte Beziehung zu den Geschehnissen in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen hergestellt.
Esther Gronenborn ist in Oldenburg geboren und Regisseurin mehrerer Filme. Der o.g. Film wurde überwiegend in Tschechien erstellt, Inhalt und Handlung beziehen sich jedoch auf die Geschehnisse in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen.
Mittwoch, 1. Februar, 19.00 Uhr,
Sondervorführung einer ZDF/Arte Produktion
im Casablanca-Kino, kein Eintritt
Johannisstraße 17, 26121 Oldenburg

Dies ist eine kurze Vorstellung der Vorträge/des Filmes zum Holocaust Gedenktag am 27. Januar.
Weitere Inhaltsangaben entnehmen Sie bitte dem Flyer (PDF). Gerne dürfen Sie diesen Flyer in Ihrem Umfeld weiter geben.

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